VERLIEBT SEIN: DIE GESETZE DES KENNENLERNENS

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Tinderella mit zwei Kindern — Wie geht Onlinedating als Single-Mutti? Die Autorin Andrea Müller hat sich trotzdem für uns auf Tinder gewagt und alte Beutemuster über Bord geworfen Vergessen wir mal eben die Sache mit der Wursttheke. Da hab ich nämlich jahrelang ungeschminkt mit Wollmütze und ausgeleierten Jogginghosen mit potenziellen Mr. Rights über Leberpastete mit oder lieber ohne Trüffeln, Salami mit oder lieber ohne Pfefferrand gesmalltalkt. Ehe ich das Gespräch von den Trüffeln auf das Singledasein lenken konnte was im Grunde ja schnell gehtwaren die Jungs schon am Weinregal. Oder an der Kasse.

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Pro- und Kontralisten und Nutzen-Kostenrechnungen — Was hat es mit dem ökonomischen Vokabular auf sich, das so oft derbei dient, über Liebe und Beziehungen wenig sprechen? Online Dating Das Quantifizieren, von dem Illouz spricht, geht natürlich extraordinär gut im Internet. Um aber wenig verstehen, warum so viele Leute Liebe als Marktplatz sehen und artikulieren, ist es sicherlich sinnvoll, sich Online-Dating und das damit verbundene Vokabular anzusehen — immerhin sollen bereits mehr als ein Viertel aller in Österreich geschlossenen Beziehungen auf diesem Weg entstanden sein — nicht ganz uneinflussreich. Online-Dating ist dadurch nicht nur die digitale Variante von Kontaktanzeigen in Print oder Vermittlungsagenturen, wie es sie früher gab. Es kokettiert mit der Idee, dass man chilly Algorithmen und riesigen Datenbanken den oder die Beste kennenlernen kann. Das macht Menschen natürlich selbst zu Produkten, Allgemeinheit nach den Regeln von Angebot und Nachfrage gegeneinander antreten. Die ganze Website erinnerte in ihrer Gestaltung an einen Online-Shop; schon im Logo fand sich ein Einkaufswagen. Das provokante Konzept, Männer als Ware zu deklariereren, sollte natürlich auch für die obligate Objektivierungs-Diskussion umsorgen und die Seite dadurch bekannter machen.

Schnelle Nacht zu zweit oder große Liebe

Sie tippte ein, was sie sich von ihrem zukünftigen Partner erwartete. In dem Land mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern leben rund Millionen Singles. In Deutschland ist das kaum anders, auch wenn sich hier monatlich nur rund acht Millionen auf einem oder mehreren Dating-Portalen einloggen. Der Markt wächst jährlich um geschätzte zehn Prozent, die kommerziellen Anbieter machen Millionengewinne. Denn viele Menschen sind bereit, für die Suche nach dem Partnerglück zu bezahlen. Fünf Prozent der Amerikaner, die in einer festen Beziehung leben, haben ihren Lebensgefährten online getroffen. Weltweit sollen sich 91 Millionen Menschen aktiv dem Onlinedating verschrieben haben. Einen Lebensgefährten zu finden gehörte schon immer zu den zentralen Lebenszielen vieler Menschen.

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